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Kopfschmerzen bei Kindern – Hilflosigkeit, Irrwege und ein Ziel

Kopfschmerzen bei Kindern – Initiative Schmerzlos

Wenn Kinder über Kopfschmerzen klagen, sollte man nicht wegschauen. Besonders dann, wenn es sich häuft. Gerade die Familie spielt für das Kopfschmerzkind dann eine besondere Rolle. Warum und weshalb ich darüber schreibe und es heute persönlich wird … Wir sind davon betroffen!

Unter Kopfschmerzen leiden weitaus mehr Kinder, als man vermuten würde. Bereits jedes fünfte Vorschulkind kennt Kopfschmerzen, von den Kindern im Grundschulalter sind es mehr als die Hälfte. In einer Studie gaben 80 % der befragten Jugendlichen im Alter von 11-17 Jahren an, in den letzten drei Monaten Kopfschmerzen gehabt zu haben.

Auch eins unserer drei Kinder leidet unter Kopfschmerzen seit einigen Jahren. Liegt es am „modernen” Lebensstil mit Hektik, Bewegungsmangel und steigendem Fernsehkonsum, der unseren Kindern den Kopf zerbrechen lässt? Spielen Leistungsdruck, Sorgen und Ängste auch eine Rolle?

Kopfschmerzen bei Kindern – Initiative Schmerzlos

Kopfschmerzen bei Kindern 

Diese Fragen habe ich mir öfters gestellt. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich die Antwort von unserem Kinderarzt bekam und unsere Tochter in einen Migräne-Kurs gehen und ein Kopfschmerztagebuch führen musste. Auch auf der Seite “Initiative Schmerzlos“ habe ich einiges über Kopfschmerzen erfahren. Hier könnt Ihr übrigens ein Kopfschmerztagebuch herunterladen.

Die Kopfschmerzen sind auf einmal da, man sieht das Kind in seinem ganzen Elend. Die Kopfschmerzen sind zwar nicht sichtbar, aber es wird einem als Mutter deutlich, wenn sich das Kind mit seinem Schmerz davon macht, sich in seinem Zimmer zurückzieht, die Vorhänge schließt und auch die Zimmertüre.

Wenn also die Kopfschmerzen für die Umgebung deutlich zutage treten und Beachtung und Zuwendung erlangen, dann dreht sich alles darum, was man gegen die Schmerzen machen könnte. Den Schmerz bei anderen auszuhalten, ist sehr schwierig, weil die implizite Ampelfunktion des Schmerzens natürlich auch die nächsten Angehörigen erreicht.

 

Hilflosigkeit und Irrwege …

 

Unsere damals 13-jährige Tochter merkte eigentlich gar nicht, wenn sich ihre Kopfschmerzen an sie heranschlichen. Sie kamen plötzlich, ihr wurde dann spontan schlecht und sie musste teilweile erbrechen. Das geschah besonders morgens in der Schule, dann konnte sie nur aufspringen, hinaus rennen, sich auf dem Klo übergeben. Danach dauerte es ein paar Minuten und es ging ihr wieder besser, wenn sie Glück hatte. Wenn sie ins Klassenzimmer zurückkam, musste sie sich jedes Mal eine heftige Abmahnung der Lehrerin und Gelächter der Mitschüler anhören, da sie dachten, sie hätte eine schwache Blase.

Sie war dann nicht in der Verfassung zu erklären, was mit ihr los war, weil sie auch nicht so recht verstehen konnte, dass das soeben der abrupte Beginn eines Kopfschmerzanfalls gewesen war. Sie wusste nicht einmal, dass sie dann immer ein dringendes Bedürfnis hatte nach Hause zu gehen, um sich hinzulegen und wenigstens die Augen zuzumachen.

 

© Initiative Schmerzlos

 

Was macht man, wenn man es zwar merkt, aber nicht schnell genug entweichen kann?

Als Mutter macht man sich natürlich Sorgen um das Kind. Gerade wenn die Lehrerin anruft und einem mitteilt, dass das Kind gebrochen hatte. Am Anfang denkt man noch, es ist eine Magen-Darm-Verstimmung, es wird wieder. Doch je häufiger es im Monat vorkam, dass die Lehrerin anrief, desto mehr kreisten die Gedanken im Kopf herum: WAS HAT MEIN KIND?

Bis dann endlich das Kind sagte, es habe Kopfschmerzen. Der Schmerz sei drückend, aber nicht pulsierend. Der Schmerz ist leicht bis mittel schwer. Und die Kopfschmerzen treten beidseitig auf.

 

Fragebogen und Kopfschmerztagebuch

Ich nahm unsere Tochter bei der Hand und ging mit ihr zu unserem Kinder- und Jugendarzt und erzählte ihm, dass unsere Tochter in der Schule unter migräneartigen Kopfschmerzen leidet und dabei erbricht. Er fragte genau nach: Wie fing es an? Wie geht es dann weiter? Was würde dir helfen? Und sie erzählte ihm alles.

Neben den anschließenden körperlichen Untersuchungen bekam sie dann einen Fragebogen bzw. ein Kopfschmerztagebuch. Der Arzt klärte uns auf, dass es die einzige Möglichkeit ist, Kopfschmerzart und -häufigkeit genauer einzugrenzen. Da Schmerzen keine „objektive“ Messung zulassen, ist das Tagebuch ein notwendiges diagnostisches aber auch therapeutisches Mittel.

So weiß man, dass alleine das Führen des Kopfschmerztagebuches schon bei circa 10 % der Kinder zu einer Reduktion der Kopfschmerzen führt, klärte mich unser Kinderarzt im Gespräch auf. Da man sich an Schmerzen immer nur schwer erinnern kann, ist es notwendig, dass das Kind jeden Abend seine Kopfschmerzen und auch die schmerzfreien Tage dort einträgt.

Nach vier Wochen hatten wir einen weiteren Termin. Hier wurde dann festgestellt, dass ein Migränekurs in einer Gruppe, die sieben Sitzungen in 14-tägigem-Abstand umfasst, sinnvoll für sie wäre. Wobei wir als Eltern auch noch einen eigenen „Elternabend“ hatten, um die eigenen Probleme zu erörtern. Seit dem Kurs geht es bergauf.

 

Was Ihr bei Kopfschmerzen auch machen könnt

Welche Maßnahme für Euer Kind oder auch für Euch selbst die Beste ist, kann nur im individuellen Fall entschieden werden. Jeder Mensch reagiert auf Heilmittel unterschiedlich. Selbst wenn man ein Schmerzmittel vom Arzt verschrieben bekommen hat, heißt es nicht zwingend, dass es auch hilft. Leider sind nur wenige Schmerzmittel für Kinder unter zwölf Jahren getestet und dabei wirklich zugelassen.

Was Ihr aber auch ganz natürlich bei Kopfschmerzen machen könnt

  •  Regelmäßig Sport treiben, aber keinen Leistungssport
  •  Bewegung an der frischen Luft
  •  Massagen im Schulter und Nackenbereich
  • Zurückziehen & Entspannen

Woran liegt diese Zunahme von Kopfschmerzen bei Kindern? Leiden tatsächlich mehr Kinder als früher unter Kopfschmerzen? Oder sind wir Eltern heute aufmerksamer und gehen öfters mit „Kopfschmerzkindern” zum Arzt? Wie sehr Ihr das?

 

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