Aus dem Leben, Lifestyle

Warum das Unviserum in meiner Handtasche unergründlich ist

„Die Handtasche muss leben!“ sagte Bruce Daniel –  und damals ahnte ich nicht, wie viel Leben in so einem Ding steckt. Tja, auch in meiner Handtasche ist mittlerweile ein reines Universum entstanden. Dafür liebe ich einfach meine Handtaschen. Sie sind nützlich, ein gewichtsunabhängiger Kauf, was manchmal sehr tröstlich sein kann finde ich, und sie peppen jedes Outfit auf. In der Theorie. In der Praxis verwende ich immerzu dieselbe Tasche. Allein der Gedanke, abends meine Handtasche auszuräumen, um den gesamten Krempel am nächsten Tag in eine andere zu packen, lähmt mich.

Allumfassendes Chaos. Ich habe viele Taschen, sehr viele – aber ich benutze immer nur eine. Eine mittelgroße schwarze Tasche. Die zu allem passt und in der sehr viel Zeug lagert. Alles, was man unterwegs so braucht. Oder eventuell brauchen könnte. Dazu die eine oder andere Quittung, Kekse, eine kleine halbvolle Flasche Wasser … In meiner Tasche existiert ein eigenständiges Universum. Machen würden es auch Chaos nennen. Für mich ist es mein Leben, dass ich jeden Tag mit mir herumtrage.

 

Warum das Unviserum in meiner Handtasche unergründlich ist

 

Geschichten von Handtaschen ? Nein Danke!

Man könnte mein Handtaschenwahl-Verhalten wohlwollend beständig nennen. Aber eigentlich ist es nichts als Faulheit. „Du hast doch so schöne Taschen, das ist doch eine Form von Verschwendung!“, tadelt mich eine Freundin. Dann seufzt sie und gesteht, dass es ihr ähnlich geht: „Wenn so eine Tasche mal mit dem überlebensnotwendigen Kram gepackt ist, hat man einfach keine Lust auf das mühsame Umschichten.“ Ich habe schon alles Mögliche probiert, um auch meinen anderen Taschen mit Frischluft und Auslauf zu gönnen. Habe mir eine Innentasche aus Nylon gekauft und gedacht, wenn ich alles Entscheidende in diese kleine Innentasche räume und die dann einfach mit einem Griff schnappe und in eine andere Tasche stecke, ist das Problem gelöst.

Pustekuchen. Ich hatte dann zwar das Entscheidende: den Führerschein, den Personalausweis, die EC-Karte und Geldbeutel dabei, aber keine Feuchttücher, keine Taschentücher, keine Handcreme, keinen Kaugummi, keine Kekse, keinen Lipgloss, keinen Stift. Das Leben der Handtasche hat gefehlt. Das wirklich Entscheidende. Individuelle. Das große Ganze passt nun mal nicht in die kleine Innentasche.

 

Warum das Unviserum in meiner Handtasche unergründlich istWarum das Unviserum in meiner Handtasche unergründlich ist

Lösungen?

Lösung Nummer 1: ein Tauschring. Männer würden jetzt sagen: „Was brauchst du auch den ganzen Krempel? So eine große Tasche ist doch totaler Quatsch!“ Zwei Minuten später muss man ihre Brieftasche ihren Schlüsselbund und ihr Handy einstecken. In die unnötig große Handtasche! Vielleicht sollte man ein Handtaschen-rotations-Modell einführen. Feste Tage bestimmen, an denen die Dinge aus- und umgeräumt werden. Oder einen groß angelegten Tauschring mit Freundinnen, nach dem Motto: Nimm du mal meine schicke Schwarze Handtasche und gib mit deine elegante Graue …

Lösung Nummer 2: Vernunft. Oder man schafft sich gar nicht erst neue Handtasche an. Benutzt die eine, bis sie wirklich hinüber ist oder nicht mehr kann und kauft dann eine neue. Das wäre sicherlich ausgesprochen vernünftig. Aber Vernunft ist leider auch ein Thema, mit dem ich so meine Schwierigkeiten habe,

Irgendwie habe ich gerade Lust bekommen meine Handtasche auszuräumen. Dabei ist mir doch glatt der Lippenstift aus der Tasche gefallen, denn ich schon seit Wochen Suche, sowie den Kassenzettel von der Lackfarbe, die leider nicht die richtige war. Nu kann ich sie getrost zurückbringen.

Ist in Euer Handtasche auch ein großes Universum?

 

 

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